Geschichte der Hirschbachmühle

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Geschichte der Hirschbachmühle


Der Ort Hirschbach entstand aus einer fränkischen Spätsiedlung und bestand anfangs nur aus einem Rittersitz, der sich im Jahre 1422 Hirspach nannte – der Herrensitz am Hirschbach, dem Bach, an dem viele Hirsche der umliegenden Wälder zur Tränke kamen.  Die zugezogenen Bauern gründeten am unteren Hirschbachgrund ein langgestrecktes Waldhufendorf, betrieben Ackerbau und Viehzucht und benötigten dazu eine Mahlmühle, die abseits der Siedlung am wasserreichen Hirschbach gebaut wurde. In historischen Dokumenten wird der Name der Hirschbachmühle seit dem frühen 16. Jh. nachgewiesen. 

Mitte des 16. Jh. hatte Kurfürst August von Sachsen das Dorf, das Rittergut und die Mühle samt dazugehörigen Forsten, die ihm vielleicht auch wegen der Hirsche ins Auge stachen, für 16.000 Meißner Gulden vom Besitzer des Hirschbacher Vorwerkes, Heinrich von Lipßdorf, käuflich erworben. Er schlug den Ort und die Wälder dem Amte Dippoldiswalde zu. Da ihn die Mühle nicht sonderlich interessierte, verkaufte er sie am 30. September 1569 an Franz Henicke zusammen mit Feldern und Wiesen für 600 Meißner Gulden. Die Mühle wurde erbliches Eigentum, d.h. eine Erbmühle.  Sie hatte keinerlei Amtsgefälle zu entrichten, sondern zinst nur dem Vorwerk Hirschbach. Im 30-jährigen Krieg, vor allem im Jahre 1632 wurden die ganze Umgebung und auch die Mühle geplündert und angezündet durch die Holckchen Scharen.  Beim Neubau erhielt der Besitzer 1651 die Genehmigung zusätzlich eine Sägemühle anzubauen, da nach dem Ende des Krieges die Dörfer wieder aufgebaut werden mussten. 

Ende des 18 Jhdt. ist die Mühle im wechselndem Besitz, so u.a. der Familien Leonhardt, dann Traugott, ab 1840 Friedrich Müller und ab 1850 Johann Adam Lindners. In diesen Zeiten wurde die Gaststätte mit Herbergeeingerichtet. Es ist die Zeit der Romantik, in der es üblich wurde, von der Stadt her Ausflüge in die Umgebung zu unternehmen. Auch die Handwerksburschen auf der Walz besuchten die Mühle. 

Im Zeitraum von 1844-1850 lebten und wirkten Clara und Robert Schumann in Dresden und Umgebung. So erfahren wir aus Robert Schumanns Tagebüchern, dass er am 22. Mai 1849 mit seiner Frau Clara und seinen Kindern „eine hübsche Partie nach der Hirschbachmühle“ unternommen hat. 

Seit den 1830iger Jahren war der Müller auch gleichzeitig immer der Wirt gewesen. Er betrieb eine kleine Landwirtschaft, baute Kartoffeln an und belieferte die Hirschbacher Bauern mit Futter von seinen Wiesen und Weiden. Die Hirschbachmühle war eine Sommerfrische mit Zimmern, einer Gaststätte, einer Veranda und hübschen Lauben.

Im Oktober 1877 ging die Hirschbachmühle an die Familie Händel über, welche diese bis 1962 durch alle geschichtlichen Ereignisse dieser Jahre führte.  Opa Händel blies Trompete, die Frauen der Gastwirtsfamilie spielten Laute, Gitarre und Mandoline und sangen dazu. 

Es folgten die Zeiten des „Betriebsferienheimes“ der LPG Seyda, die Treuhandverwaltung dieser und ein Zwischenbetreiber Anfang der 1990iger Jahre. 

Ende 1994 konnte die Familie Horst, Monika und Katrin Ziebart die Hirschbachmühle erwerben. Mit großem Engagement musste eine Mülldeponie beseitigt sowie alle technischen Einrichtungen für Wasser, Heizung und Energie demontiert werden. Ein Teilabriss war aufgrund von Schimmelbildung notwendig.  Das meiste wurde von Herrn Horst Ziebart in Eigenleistung durchgeführt.  Der sich anschließende Auf- und Ausbau erfolgte mit der Unterstützung der ortsansässigen Handwerksbetriebe. Die Wiedereröffnung derHirschbachmühle fand am 23.01.1996 statt. Seitdem werden die Gäste der Hirschbachmühle wieder mit Speisen, die mit viel Liebe aus frischen Zutaten von unserem Koch Bert zubereitet sind, bewirtet. Bei vielen kleinen und großen Familienfeiern kommen einige Gäste nun schon über mehrere Jahrzehnte und genießen das Ambiente. Zu den regelmäßig einkehrenden Gästen zählten und zählen u.a. auch die Kammersänger Theo Adam und Peter Schreier mit ihren Familien sowie die Künstler und das Publikum der seit 1999 alle zwei Jahre zu Ehren von Clara und Robert Schumann stattfindenden „Schumaniade in Kreischa und Reinhardtsgrimma“. 

Im Jahre 2017 wurde der Robert und Clara Schumann-Gedenkweg, welcher an die Lebens- und Wirkungsorte der Schumanns in Dresden und Umgebung führt und vom Sächsischen Vocalensemble e.V. initiiert ist, mit einem Gedenkmedaillon an der Hirschbachmühle fortgesetzt.  Dieses erinnert an den Ort der Rast und Einkehr während langer Wanderungen der Schumanns mit ihren Kindern und Freunden.

Die Hirschbachmühle verfügt über zwei Gasträume, ein Mühlenstübchen, einen Biergarten im Schatten der alten Linde und Einzel- sowie Doppelzimmer mit Aufbettungsmöglichkeiten.

 

Quellen: 

„Bote vom Wilisch“ von Siegfried Störzner 1927 / „Bote vom Wilisch“ von Dr. Wolfgang Göbel Juli 1996

Programmheft der 8. Robert-Schumann-Ehrung vom 5. bis 11. Juni 2017